KWS
   
 

Ernte und Konservierung

Die natürliche Trocknung

Entlieschte Maiskolben lassen sich in klimatisch günstigen Lagen auf natürlichem Weg in Trockengerüsten trocknen. Unter optimalen Bedingungen kann in 6–8 Wochen ein Wassergehalt von 20 % erreicht werden. Eine anschließende Aufbereitung und Nachtrocknung ist erforderlich. Diese Art der Trocknung ist hinsichtlich des Erhalts der Keimfähigkeit der Körner und der Qualität der Inhaltsstoffe äußerst schonend.

Die Warmlufttrocknung

Die Trocknungstemperaturen für Körnermais liegen je nach Anlage zwischen 70 und 120 °C. Im Bereich zwischen 100 und 120 °C müssen jedoch bereits Beeinträchtigungen der biologischen Wertigkeit aufgrund von Maillard-Reaktionen erwartet werden. In noch nicht vollständig ausgereiften Körnern mit erhöhten Gehalten an reduzierenden Zuckern beginnen diese Prozesse bereits bei 80 °C.
Liegt die Kornfeuchtigkeit unter 20 %, ist die Gefahr einer Schädigung größer als bei höheren Kornfeuchten. Die Lufttemperatur für die Trocknung von Saatmais darf 36 °C nicht überschreiten, um Keimschäden zu vermeiden. Die Wettbewerbsfähigkeit der Körnermaisproduktion ist in starkem Maße abhängig von den Trocknungskosten, die durchaus stärkeren regionalen und saisonalen Schwankungen ausgesetzt sein können. Folgende Wärmemengen sind in Abhängigkeit von der Anfangsfeuchte für verschiedene Körnerfrüchte zu kalkulieren (Strehler, 1985):

 

Anfangs-
feuchte bei Ernte in %

Wasserentzug bei 14% Endfeuchte in kg/dt

notwendige Wärme-
menge in kJ/dt

notwendige Heizöl-
menge in kg/dt

Getreide

20

7,5

45.000

1,08

Mais

35

32,3

194.000

4,63

 

40

43,3

260.000

6,19

 

45

56,2

337.000

8,01

Raps

 

Endfeuchte 8%

 

 

 

18

12,2

73.200

1,75

Das Schüttgewicht von getrocknetem Körnermais beträgt ca. 6,6 - 7,8 dt/m³. Die Umrechnung von Anfangsfeuchtegewicht auf das Endfeuchtegewicht bei bekannter Erntegutfeuchte und bei einer Endfeuchte von 14 % ist mit folgender Formel möglich:

dt Endgewicht = dt Anfangsgewicht x(1 – (Anfangsfeuchte - 14)/86)

Wird Körnermais im Lohn getrocknet, werden für die Kalkulation der Trocknungskosten neben den Anfangsfeuchtegehalten auch Gewichtsabzüge berücksichtigt, die in Abhängigkeit von der Anfangsfeuchte ermittelt werden. Mit dem Trocknungsschwundfaktor wird die Differenz zwischen Anfangs- und Endfeuchte gewichtet und die Summe vom Feuchtmaisgewicht abgezogen. Regionale Unterschiede in der Art der Kostenkalkulation und der Gewichtsabzüge führen zu stark abweichenden Trocknungskosten, was letztlich auch die Wahl der Sorte beeinflusst. In günstigen Maisanbauregionen mit niedrigen Trocknungskosten sind mittelfrühe und mittelspäte Sorten aufgrund ihrer höheren Ertragsleistung überlegen. Je ungünstiger die Standortbedingungen und je höher die Trocknungskosten, um so größer ist der Wettbewerbsvorteil von frühen Körnermaissorten, die bei vergleichsweise hohen TS-Gehalten gedroschen werden können.

Hinweis: unter der Internet-Adresse www.agrar-net.com/mega/scripts/index.htm kann eine Berechnung der Trocknungskosten online ausgeführt werden.

Die Propionsäurekonservierung

Körnermais für die innerbetriebliche Verwertung kann mit Hilfe von Propionsäurezusatz lagerfähig konserviert werden. Feuchtigkeitsgehalt des Korns und geplante Lagerdauer bestimmen die Propionsäuremenge: Je höher die Kornfeuchte und je länger die Lagerungsdauer, desto höher muß die eingesetzte Propionsäuremenge sein.

Im Umgang mit Propionsäure sind zu beachten:

  • die notwendige intensive Durchmischung mit dem Erntegut,
  • die starke Säurewirkung, die geeignetes Material der Lagerstätte und Schutzmaßnahmen erfordert,
  • die begrenzte Wirkungsdauer.

Die am häufigsten genutzte Möglichkeit der Körnermaiskonservierung ist die Einsilierung ganzer Maiskörner oder mit einem gewissen Anteil der Spindel als CCM. Günstige Voraussetzungen für die anaerobe (unter Sauerstoffabschluss) Vergärung sind einerseits durch den hohen Gehalt wasserlöslicher Kohlehydrate gegeben, andererseits ist das Risiko des Verderbs durch den natürlichen Pilzbesatz in Verbindung mit der großen Oberfläche ganzer oder geschroteter Maiskörner relativ hoch. Besonders beim Einsatz von Körnermais (CCM = Corn Cob Mix) in der Schweinemast kann eine gesundheitliche Gefährdung der Tiere von Mycotoxinen des Pilzes Fusarium ausgehen. Zur Sicherung der Gärung kann 0,2 % Propionsäure, vor allem an der Oberfläche oder in undichten Behältern, zugesetzt werden. Günstige Bedingungen sind vor allem beim Einsatz von CCM dann gegeben, wenn das Erntegut einen TS-Gehalt von 60 % nicht überschreitet. Außerdem sollten 80 % der CCM-Teilchen eine Größe von weniger als 2 mm aufweisen, so daß eine optimale Dichtlagerung im Silo erreicht wird.

Die Einsilierung von CCM

Mit zunehmenden Spindel- und Lieschenanteilen steigen die Gärungsverluste in Abhängigkeit von den Silierungsbedingungen an.

In Versuchen wurden bei der Silierung
von Körnern 2–4 %
von CCM 6–8 %
von LKS 9–10 %
Trockensubstanzverluste verzeichnet. Es ist anzunehmen, dass unter Praxisbedingungen mit erheblich höheren Werten gerechnet werden muss.

Die Vorteile der Korn-/Kolben-Silierung im Vergleich zur Trocknung sind im wesentlichen darin zu sehen, dass

  • die Konservierungskosten deutlich niedriger liegen,
  • die Ernte in einem früheren Stadium stattfinden kann bzw.
  • auch in ungünstigeren Regionen eine Körnernutzung möglich ist
  • strukturwirksame Pflanzenteile mitgenutzt werden.

 
KWS