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Stark durch Gerste

In der Schweiz werden pro Jahr auf etwa 29.000 ha 161.000 t Gerste produziert. Den größten Anteil daran hat die Wintergerste.  Diese ist für viele Schweizer Landwirte ein wichtiger Bestandteil der Fruchtfolge, denn sie bricht durch ihren früheren Erntetermin Arbeitsspitzen und erlaubt dadurch auch eine zeitige Aussaat von Kulturarten wie z.B. Winterraps oder Zwischenfrüchte. Auch hat sich der Ertragsfortschritt der Wintergerste in den letzten Jahren in der Praxis sehr positiv entwickelt. Erfahren Sie mehr über den Erfolg der Wintergerste in der Schweiz und den Eigenschaften der KWS Sorten im folgenden Artikel.

Gerste 1

Starker Ertragsfortschritt

Swissgranum veröffentlicht jährlich die durchschnittlichen Kornerträge in der Praxis. Dadurch lassen sich die Ertragssteigerungen pro Jahr und Kulturart gut vergleichen. Der Praxisertrag setzt sich dabei aus mehreren Faktoren wie Pflanzenbau, Rahmenbedingungen wie z.B. Klima oder gesetzlichen Vorgaben, anderen technischen Entwicklungen und vom Züchtungsfortschritt zusammen. In der folgenden Abbildung wird die Ertragsentwicklung verschiedener Getreidearten in den letzten 15 Jahren verglichen. Wintergerste erreicht dabei mit etwa 40 kg pro Jahr den mit Abstand höchsten Ertragsfortschritt. Der Weizen im Vergleich erreicht etwa 12 kg pro Jahr, bei Triticale ist dagegen kein Anstieg feststellbar. Auffallend ist auch, dass Wintergerste über die Jahre hinweg ertraglich in der Regel über den anderen Arten liegt. Dies macht Wintergerste zu einer sehr interessanten Kulturart mit stabilen Kornerträgen und zeigt den Erfolg der hiesigen Landwirte mit Wintergerste.  

Ertragsfortschritt ausgewählter Arten in der Praxis

Grafik Gerste 1

Quelle: eigene Darstellung nach Swissgranum 2014; Auszug


Was leisten neue Wintergerstensorten?

In den letzten Jahren konnten es regelmäßig neue Sorten auf die Empfohlene Sortenlisten der Schweiz schaffen. Sorten wie KWS Meridan, KWS Cassia oder KWS Tonic stehen für einen deutlichen Ertragsfortschritt im Vergleich zu älteren bewährten Sorten wie z.B. Fridericus. Dies belegen Versuchsergebnisse von Swissgranum.

KWS Meridian und KWS Tonic mehrjährig vorne in der Variante ÖLN

Grafik Gerste 2

Quelle: Eigene Darstellung nach den Ergebnissen der Swissgranum Sortenversuchen Wintergerste; Ergebnis von 6 Standorten in den Jahren 2012 und 2013.

Im Mittel der Jahre 2012 und 2013 zeigen sich die neuen Sorten KWS Tonic und KWS Meridian als Ertragsspitze in der ÖLN Variante. Somit liegt der Vorsprung gegenüber den im Mittelfeld liegenden Sorten Henriette, Hobbit und Fridericus bei etwa 2 bis 4 dt/ha und bei bis zu 8 dt/ha gegenüber Franziska aus dem Jahrgang 2003.

KWS Cassia führt bei den zweizeiligen Sorten (ÖLN Variante)

Grafik Gerste 3

Quelle: Eigene Darstellung nach den Ergebnissen der Swissgranum Sortenversuche  – Wintergerste; Ergebnis von 6 Standorten in den Jahren 2012 und 2013. Für Sandra und Arcanda liegen nur Ergebnisse aus 2013 vor, daher kein Mittelwert errechenbar.

Im zweizeiligen Segment, welches sich besonders durch gute Hektolitergewichte auszeichnet, liegt im zweijährigen Mittel die 2012 auf die Liste gekommene Sorte KWS Cassia an der Spitze.

Sowohl im zweizeiligen als auch im  sechszeiligen Sortiment sind die neusten Sorten aus der Züchtung von KWS Getreide an der Spitze. Das zeigt einmal mehr die bedeutende Ertragssteigerung, die durch die Züchtung erreicht und umgesetzt wird.

 

Z-Saatgut Suisse und Zusammenarbeit

Eine sehr gute Saatgutqualität in Kombination mit bester Genetik ist der Grundstein für eine erfolgreiche Produktion in der Praxis. Die Produktion von KWS Gerstensorten für den Schweizer Markt erfolgt durch das Vermehrungssystem der Schweiz. Produzenten vor Ort vermehren und bereiten das Saatgut gemäß swisssem Normen auf. Weitere Informationen über die Vorteile von zertifiziertem Saatgut aus der Schweiz finden Sie unter www.swisssem.ch. Unser Partner, die DSP AG hat die Sortenvertretung für KWS Getreidesorten inne und ist zuständig für alle Aufgaben von der Eignungsprüfung unserer Sorten bis zur Koordination der Vermehrung in der Schweiz. Diese Zusammenarbeit legt die Basis für die standortangepasste Selektion unserer Sorten, bester Saatgutqualität und ist damit ein wichtiger Baustein für einen stetig ansteigenden Ertrag in der Praxis.

 

Was kennzeichnet die KWS Sorten?

KWS Meridian und KWS Tonic zeichnen sich durch gute und ausgewogene Anbaueigenschaften im Bereich Krankheitsresistenzen und Standfestigkeit aus. Dies macht diese Sorten zu sehr ertragreichen Allroundsorten für nahezu alle Bedingungen in der Schweiz. Der große Stärke von Semper und KWS Tonic liegt in der sehr guten Standfestigkeit. Das macht die Sorten auch zu Spezialisten für Standorte mit erhöhtem Lagerrisiko. KWS Cassia weisst agronomisch ebenfalls ein sehr rundes Profil ohne Schwächen auf. Wir empfehlen diese Sorte allen Anbauern von zweizeiliger Gerste.

Stark durch Gerste 2

 

Saattermin und Aussaatstärke

Wir empfehlen Ihnen die  Maßnahmen der Bestandesführung so auszurichten, dass Sie bei den mehrzeiligen Sorten je nach Güte des Standortes etwa 550 bis max. 650 Ähren pro m² erreichen.
KWS Tonic erreicht sortentypisch in der Regel etwa 25 - 50 Triebe weniger als unsere anderen Sorten und gleicht dies durch eine höhere Tausendkornmasse sowie höherer Anzahl Körner je Ähre aus. Eine Erhöhung der Aussaatstärke bei dieser Sorte ist daher nicht notwendig.
Bei den Zweizeilern empfehlen wir Ihnen zwischen 800 bis max. 1.000 Ähren je m² zu produzieren. KWS Cassia ist eine sehr bestockungsfreudige Sorte und erzielt den Ertrag über eine hohe Bestandesdichte und vergleichsweise geringe Kornzahl je Ähre. KWS Meridian und KWS Tonic eignen sich nach eigenen Ergebnissen von KWS auch für spätere Saattermine. KWS Cassia und Semper dagegen eignen sich nur bedingt für sehr späte Termine.

Generell gilt, dass bei frühen Saatterminen die Pflanze mehr Zeit hat sich zu bestocken und damit sind geringere Aussaatstärken ausreichend. Bei sehr geringen Aussaatstärken besteht allerdings ein erhöhtes Risiko das Pflanzenverluste durch z.B. erschwerte Auflaufbedingungen, Krankheiten oder Schädlinge nicht kompensiert werden können. Andersherum steigt bei sehr hohen Aussaatstärken in Kombination mit günstigen Wachstumsbedingungen das Lagerrisiko. Bei zweizeiligen Sorten sollten Sie die Aussaatstärke bei gleichen Bedingungen gegenüber sechszeiligen Sorten um  ca. 30 - 50 Körner erhöhen, da diese höhere Bestandesdichten benötigen.

In der folgenden Abbildung finden Sie unsere Richtwerte für die Bemessung der Aussaatstärke. Bitte passen Sie die  Aussaatstärke entsprechend der Bedingungen vor Ort (Bodengüte, Standort, Wetter, Saatbeet etc.) an.

Unsere Aussaatstärkenrichtwerte

 

Aussaatstärke (keimfähige Körner m²)

Saattermin

mehrzeilige Sorten

zweizeilige Sorten

Früh  (bis  25.09)

220 - 250

270 - 300

Mittel (26.09 – 01.10)

250 - 300

300 - 330

Spät (ab 02.10)

300 - 350

330 - 370

 

Wachstumsregler Einsatz - Wo passt welche Aufwandmenge?

Für eine pflanzenverträgliche und wirksame Behandlung ist es wichtig, dass Sie das jeweilige Produkt in sorten- und standortspezifischer Aufwandmenge einsetzen. In der folgenden Tabelle sind wichtige Einflussfaktoren aufgelistet, anhand derer Sie die Aufwandmenge für Ihren Standort ableiten können. Dazu ist es von besonderer Bedeutung, dass Sie Ihre Standorterfahrungen und den Eindruck vom Bestand (Bestandesdichte, Entwicklungsstadium etc.) bei der Wahl der Aufwandmengen einbringen. Der  Wachstumsreglerbedarf der Sorte gehört ebenfalls zu den Faktoren und setzt sich aus der Standfestigkeit und der Reaktion der Sorte auf Wachstumsregler zusammen. KWS Tonic weisst dabei einen vergleichsweise geringeren Bedarf aus, KWS Cassia und Semper haben einen geringen bis mittleren Bedarf und KWS Meridian liegt im mittleren Bereich beim Bedarf an Wachstumsregler.

 

Quelle: Eigene Darstellung nach Landwirtschaftskammer Niedersachsen

 

Autor: Dirk Niemann, Cereals Marketing Manager International, KWS LOCHOW GMBH,

E-mail: dirk.niemann@kws.com


 

Kampagnenvideo: Stark durch Gerste
 

Video Stark durch Gerste

 

 
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